Papst Franziskus hat am Donnerstag einen internationalen Vertrag zur ethischen Entwicklung und Nutzung von künstlicher Intelligenz gefordert. Er argumentierte, die Risiken einer Technologie ohne menschliche Werte wie Mitgefühl, Gnade, Moral und Vergebung seien zu groß.
Der Papst äußerte sich in seiner jährlichen Botschaft zum Weltfriedenstag, den die katholische Kirche jedes Jahr am 1. Januar feiert. Das Vatikan veröffentlichte den Text der Botschaft am Donnerstag.
Für Franziskus ist der Appell teils persönlich Anfang des Jahres ging ein von KI generiertes Bild von ihm in einer weißen Luxus-Daunenjacke viral und zeigte, wie schnell realistische Deepfake-Bilder online verbreitet werden können.
Franziskus erkannte das Versprechen der künstlichen Intelligenz an und lobte technologische Fortschritte als Ausdruck der Kreativität menschlicher Intelligenz. Aber seine neue Friedensbotschaft ging die Sorgen hervor, die von Ethikern und Menschenrechtsvertretern hinsichtlich der Technologie geäußert wurden.
Künstliche Intelligenz könnte das größte Risikospiel unserer Zukunft darstellen, sagte Kardinal Michael Czerny aus dem Entwicklungsbüro des Vatikans am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Wenn es schlecht ausgeht, ist die Menschheit schuld.
Kardinal Czerny betonte, dass bei der technologischen Entwicklung und des Einsatzes von KI größte Bedenken hinsichtlich der Gewährleistung grundlegender Menschenrechte, der Förderung des Friedens und des Schutzes vor Desinformationen, Diskriminierung und Verzerrung im Vordergrund stehen müssen.
Die Botschaft des Papstes ging nicht auf Einzelheiten eines möglichen bindenden Vertrags ein, außer zu sagen, dass er auf globaler Ebene ausgehandelt werden muss, um bewährte Praktiken zu fördern und schädliche zu verhindern.